Startseite » Das THW » Allgemeine Fragen » Bin ich fürs THW geeignet?

Erstens: Technisches Verständnis
„THW“ heißt „Technisches Hilfswerk“ – also sollte man schon so etwas wie ein technisches Grundverständnis haben. Leute, die in Handwerksberufen arbeiten, bringen so etwas mit. Man sollte schon etwas Spaß daran haben, technische Probleme zu lösen, zu improvisieren, mit einer Menge Geräten umzugehen. Man sollte zwar Respekt, aber keine Angst vor einer Motorsäge und anderen Werkzeugen dieser Art haben. Man sollte keine Höhenangst haben.

Zweitens: Soziale Kompetenz
Man geht im THW beständig mit Menschen um – also sollte man eher mit Leuten reden können als denen eins vors Maul zu hauen. Man hat in Einsätzen viel mit verängstigten Menschen zu tun – also sollte man etwas Taktgefühl und Verständnis für die Notlagen anderer mitbringen. Man sollte helfen WOLLEN. Und man sollte lernen wollen, wie man das am besten macht.

Drittens: Fähigkeit, im Team zu arbeiten
Das THW ist kein Raum für Einzelkämpfer. Schwierige Aufgaben kann man nur zusammen mit anderen lösen, auch mit solchen, die man überhaupt nicht kennt. Also sollte man die Fähigkeit mitbringen, Arbeiten zu teilen. Und es hilft, wenn man sich leicht auf ständig neue Gegebenheiten einrichten kann.

Im Team arbeiten heißt aber auch, dass man sich auf den anderen verlassen muss. Wer lieber andere für sich arbeiten lässt, sollte sich selbständig machen, aber nicht zum THW gehen.

Viertens: Stabilität und Belastbarkeit
Es kann sein, dass man nach einer Gasexplosion oder einem Zugunglück mit Toten zu tun hat, Männer, Frauen und Kinder. Manche sind schwer verstümmelt oder nur noch in Einzelteilen vorhanden. Zwar kann sich niemand davon freisprechen, dass man in so einer Lage nicht durchdreht – aber man sollte sich klarmachen, dass man selbst unter diesen schweren Bedingungen immer noch seine Arbeit tun muss.

Und es kann sein, dass man etliche Stunden durcharbeiten muss. Wer nach zwei Stunden Arbeit erst mal vier Wochen Urlaub und eine Kur braucht, ist beim THW nicht an der richtigen Adresse.

Fünftens: Lernfähigkeit
Man lernt im THW immer etwas hinzu. Also sollte man die Bereitschaft mitbringen, auch ständig etwas zu lernen – sei es auf praktischem Gebiet, oder auf theoretischem. Außerdem sollte man nach ein paar Wochen die Namen der Kameraden kennen.

Sechstens: Kameradschaft
Man ist für einige Jahre mit den gleichen Leuten zusammen, also sollte man die Bereitschaft mitbringen, auch mit solchen Leuten freundlich umzugehen, die man vielleicht nicht unbedingt mag. Im THW ist es immer noch so wie bei den „Drei Musketieren“: Einer für alle und alle für einen.

Siebtens: Fehlertoleranz und Geduld
Nicht alles klappt auf Anhieb. Manche Arbeiten muss man mehrfach wiederholen, bis endlich alles funktioniert. Wenn man bei den ersten Schwierigkeiten die Brocken hinwerfen will, ist man beim THW falsch.

Außerdem wiederholt man Teile der Ausbildung immer wieder. Man sollte das als Chance sehen, sich selbst ständig zu kontrollieren. Wer dann vorschnell sagt „Ich kann das alles“ und gelangweilt in der Ecke liegt, wird erstens immer eines besseren belehrt und zweitens ist man dann beim THW falsch.

Achtens: Verantwortung
Beim THW kriegt man Ausrüstung im Wert von Millionen in die Hand – also sollte man mit fremder Leute Eigentum verantwortlich umgehen können.

Außerdem hängt von der eigenen Ausbildung und der eigenen Entscheidung vielleicht mal ein Menschenleben ab. Mit dieser Verantwortung sollte man umgehen können. Außerdem sollte man – auch das gehört zur Verantwortung – kein Alkohol- oder Drogenproblem haben.

Neuntens: Keine Autoritätsprobleme
Es gibt immer einen, der etwas zu sagen hat. Wer Probleme damit hat, auf andere zu hören oder Anordnungen durchzuführen, ist sowohl beim THW als auch der Bundeswehr fehl am Platz. Vermutlich ist er dann auch komplett falsch im Berufsleben oder in der Welt.

Man kann auch in die Lage kommen, Befehle GEBEN zu müssen. Befehle müssen klar und deutlich sein (aber rumbrüllen ist nicht drin). Wer Probleme damit hat oder lieber so ein Öko-Müsli-Gesäusel „Wir sollten mal drüber reden“ loslässt, sollte vom THW die Finger lassen.