Startseite » Das THW » Allgemeine Fragen » Was erwartet mich beim THW?

1: Die Verpflichtung
Wenn man ins THW eintritt, ist das nicht so, wie wenn man einem Verein beitritt. Man geht eine Verpflichtung ein, deswegen nennt sich der Vorgang des Eintretens auch „Verpflichtung“.

Wenn man eintritt, um anderen zu helfen, ein gutes Hobby zu haben oder aus anderen Gründen, gibt es keine zeitliche Begrenzung. Man kann ein halbes Jahr bleiben oder auch 50 Jahre.

Aber alle haben die gleichen Rechte und die gleichen Pflichten, egal aus welchem Grund sie eingetreten sind.

Außerdem muss man seinem Arbeitgeber sagen, dass man beim THW ist. Grund: Wenn ein Einsatz kommt, muss der einen gehen lassen, egal, wie viel gerade zu tun ist. Für den Arbeitgeber gibt’s ein Merkblatt.

2: Die Grundausbildung
Im ersten dreiviertel Jahr kriegt man all das beigebracht, was ein THW-Helfer können muss. Die Grundausbildung endet mit einer Prüfung, die ungefähr im Umfang einer Führerschein-Prüfung ähnelt. Sie unterteilt sich in Theorie und Praxis.

Im theoretischen Teil kriegt man Fragen zu den grundlegenden Themen, wie z.B. Aufbau des THW, Rechte und Pflichten der Helfer, Sicherheitsvorschriften etc. Im praktischen Teil kriegt man Aufgaben aus all den Bereichen, die man in der Grundausbildung gelernt hat: Umgang mit Holz, Metall, Leitern, den Ausrüstungen des THW. Manche Aufgaben löst man allein, manche im Team.

Man kriegt während der Ausbildung Unterlagen in die Hand, mit denen man sich daheim auf die theoretische Prüfung vorbereiten kann.

Packt man die Prüfung nicht, kann man die noch einmal wiederholen. Fällt man in der Theorie durch, ist die ganze Prüfung nicht bestanden, fällt man in der Praxis durch, wiederholt man nur die Praxis. Packt man es dann wieder nicht: ab zur Bundeswehr.

Aber zum Trost: In der Regel fallen von 30 Leuten etwa 2 bis 3 durch, also ca. 10%. Trotzdem: Nicht die Prüfung auf die leichte Schulter nehmen. Sind nämlich auch schon mal 70% durchgefallen, einmal sogar alle.

3: Die Fachausbildung
Die Fachausbildung hängt davon ab, in welche Einheit man kommt. Manche beschäftigen sich mit der Bergung von Verschütteten, also lernt man alles darüber. Manche beschäftigen sich mit der Instandsetzung von Leitungen aller Art, manche bauen Brücken, manche reinigen Wasser und stellen Trinkwasser her.

Die Fachausbildung selbst wird nicht mehr mit einer Prüfung abgeschlossen. Aber es kann sein, dass für die Fachausbildung Lehrgänge erforderlich sind, und die werden dann mit einer Prüfung abgeschlossen.

4: Zusätzliche Ausbildung
Manche Helfer werden zu Kraftfahrern ausgebildet – hier besteht die zusätzliche Ausbildung im Erwerb des LKW-Führerscheins (C und C1, Bedingung: 21 Jahre). Manche werden Führungskräfte (Truppführer, ein Trupp = 5 Helfer, Gruppenführer = 2 Trupps plus Kraftfahrer und Fahrzeug, Zugführer = 3 Gruppen plus alle Fahrer plus alles Material) – hier besteht die zusätzliche Ausbildung im Erwerb der entsprechenden Kenntnisse in Menschenführung, Material-Instandhaltung und Einsatz-Grundlagen.

Es gibt noch einige andere zusätzliche Ausbildungen, die je nach örtlichen Gegebenheiten angeboten werden. Wer beispielsweise mitten in den Bergen oder auf dem platten Land wohnt, braucht in der Regel keinen Motorboot-Führerschein, der an großen Flüssen oder am Meer tatsächlich gebraucht wird.

Man kann außerdem auch noch zusätzliche Aufgaben übernehmen. Beispielsweise als Sicherheitsbeauftragter, als Ausbilder für Funk, Atemschutz oder andere Dinge, als Schirrmeister (der alles Material unter sich hat), als Öffentlichkeitsbeauftragter, Jugendbetreuer und vieles andere mehr.

5: Die normale Arbeit
Die normale Arbeit des THW besteht in der Einsatzvorbereitung. Hierbei muss man zunächst sicherstellen, dass die Helfer immer auf dem neuesten Stand sind und nichts vergessen, was sie einmal gelernt haben, also werden alle Teile der Grund- und Fachausbildung regelmäßig wiederholt.

Ferner muss sichergestellt sein, dass alle Ausrüstungsgegenstände (Fahrzeuge, Stromerzeuger, Motorsägen, Presslufthämmer, Bohrmaschinen, Schlauchboote etc.) ständig einsatzbereit sind, also werden auch diese regelmäßig überprüft. Und man arbeitet ständig damit.

6: Der Inlands-Einsatz
Man weiß nie, was kommt. Der Einsatz kann eine Gasexplosion sein, wo ein Haus eingestürzt ist und die Verschütteten oder Toten geborgen werden müssen. Vielleicht müssen die Nachbarhäuser abgestützt werden, damit die nicht auch einstürzen. Der Einsatz kann ein Eisenbahnunglück wie das von Eschede (im Juni 1998, mit 101 Toten) sein. Der Einsatz kann auch die Beseitigung von Sturmschäden sein (umgestürzte Bäume wegziehen und klein sägen etc.). Oder vielleicht ist es ein Hochwassereinsatz, mit all den Feinheiten, die nur ein Hochwasser mit sich bringt: Leute evakuieren und versorgen, ertrunkene Tiere beseitigen, Häuser leer pumpen, Sandsäcke füllen und auslegen, für sauberes Trinkwasser sorgen usw.

Das THW rettet Personen oder große Sachwerte aus Gefahren. Und Gefahren gibt es viele – ein Blick in die Zeitung genügt.

7: Der Auslands-Einsatz
Auch hier weiß man nie, was kommt. Aber bis das THW im Ausland in den Einsatz kommt, muss es schon ganz schlimm stehen. Wie bei dem Erdbeben in der Türkei beispielsweise oder den Überschwemmungskatastrophen in Südostasien und den USA. Oder der Flüchtlingskatastrophe in Afrika vor ein paar Jahren.

THW-Leute waren schon überall auf der Welt im Einsatz: Amerika, Afrika, Asien etc. Nur: Ein Urlaub war das nie. Kommt man in eine gefährdete Gegend, kann es sein, dass man vorher gegen verschiedene Krankheiten geimpft wird.

8: Die Gemeinschaft
Natürlich gibt es beim THW Feiern – außerhalb des Dienstes selbstverständlich. Hier hat man die Gelegenheit, auch die Freundin mal zum THW mitzunehmen, um ihr zu zeigen, wo man die ganze Zeit ist.

Und es gibt Dienste, die einfach nur Spaß machen – die Ausbildung mit dem Schlauchboot beispielsweise, die man am besten auf einem nicht ganz so ruhigen Fluss durchführt, an dessen Ufern man grillen und zelten kann. Oder das „Ablassen“ beispielsweise, wo einem beigebracht wird, wie man sich oder andere mit einem Seil von ziemlich hohen Häusern runter hilft.