Startseite » Das THW » Allgemeine Fragen » Was habe ich für Pflichten?

1: Regelmäßige Teilnahme am Dienst
Wenn man im THW ist, kriegt man einen Dienstplan. Darin stehen für ein Jahr im Voraus alle Dienstveranstaltungen, an denen man teilnehmen muss, jedenfalls ist das meistens so. Es kann aber auch mal nur ein halbes Jahr oder ein Quartal enthalten sein. Mindestens sollen es 120 Stunden im Jahr sein, können aber auch locker mehr sein. Meistens sind die Dienste an einem Abend wochentags und an einem Samstag im Monat. Im OV Rotenburg ist es z.B. ein Mittwoch Abend und ein Samstag im Monat. Und für Einsätze gibt es begreiflicherweise keinen Dienstplan.

Der Dienst beginnt in der Regel morgens um 8 Uhr – und zwar muss man um 8 schon „dienstbereit“ sein, also in den THW-Klamotten fertig dastehen.

Trotz Urlaub oder krankheitsbedingten Fehltagen muss man mindestens 120 Stunden im Jahr ableisten, deshalb werden meist um die 200 Stunden oder mehr auf dem Dienstplan stehen, damit man trotz Urlaub auf die Stunden kommt.

Man muss sich selber informieren, wann die Dienste sind – es kann sein, dass man den Dienstplan nur am Schwarzen Brett oder nur im Internet findet. Und man ist selbst dafür verantwortlich, wenn man den Dienst „verpennt“.

Wird man aus dem THW geworfen, nehmen einen auch die Feuerwehr oder andere Dienste nicht mehr auf. Das gleiche gilt übrigens auch im umgekehrten Fall für das THW.

2: Auf die Chefs hören
Jeder, der einen höheren Dienstgrad hat als man selbst, kann einem Befehle erteilen. Und damit man nicht raten muss, wer das Sagen hat, tragen die Chefs Abzeichen.

Die Befehle sind zu befolgen. Tut man das nicht, muss man schon einen verdammt guten Grund dafür haben. Keine Lust zu haben gilt nicht als Grund.

3: Ausbildung
Man hat im THW nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht auf Ausbildung. Das betrifft nicht nur all die im Dienstplan stehenden Dienste, sondern man kann auch auf Lehrgänge geschickt werden, die eine oder zwei Wochen am Stück dauern. (Trotzdem muss man bei seinem Arbeitgeber keinen Urlaub dafür einreichen, der Bund zahlt in solchen Fällen dem Arbeitgeber den Lohn weiter.)

4: Erreichbarkeit sicherstellen
Man muss dem THW seine Adresse, seine Telefonnummer(n), seinen Arbeitgeber (und dessen Telefonnummer(n)) und alle sonstigen regelmäßigen Aufenthaltsorte (Frau, Freundin, Geliebte…) mitteilen. Fährt man in den Urlaub, muss man auch das dem THW rechtzeitig (also nicht einen Tag vorher) mitteilen.

Besonders gern hat man beim THW die Angabe einer Funkrufnummer, weil man dann immer und überall erreichbar ist. Hat man ein Funktelefon, MUSS man dem THW auch diese Nummer mitteilen.

Der Grund für den ganzen Aufstand: Wenn ein Einsatz kommt, muss man erreichbar sein. Das gilt natürlich nicht, wenn man gerade in Venezuela ist. Ist aber schon vorgekommen, dass absolute Spezialisten aus dem Urlaub in der Türkei zurückgerufen wurden. Verbringt man den Urlaub zuhause auf dem Balkon, muss man zum THW, wenn ein Einsatz kommt.

5: Einsätze
Wird man zu einem Einsatz gerufen, muss man kommen. Sich dumm stellen geht nicht. Auch die Eltern oder die Frau vorzuschicken („Ja, der ist nicht da!“) geht auch nicht. Schließlich ist man beim THW, um anderen in Notlagen zu helfen und nicht, um sich um die Verantwortung zu drücken. Ist man wiederholt nicht zu erreichen, besteht die Gefahr, dass das THW einen raus wirft. Aus dem gleichen Grund sollte man besser nicht den Chef vorschicken, damit der sagt, wie unverzichtbar man im Job ist – der Chef hat vorher unterschrieben, dass er einen freistellen MUSS, wenn ein Einsatz kommt.

Das Ganze betrifft sowohl Einsätze im In- als auch im Ausland.

6: Die eigene Sicherheit
Jeder THW-Helfer ist zwar versichert, aber er muss selbst darauf achten, dass er die erforderliche Schutzkleidung trägt. Wenn man schweißt oder mit der Flex arbeitet, gehört beispielsweise die Schutzbrille dazu. Für andere Arbeiten sind Schwimmwesten oder auch Atemschutzgeräte vorgeschrieben. Helme sind für alle Arbeiten Pflicht.

Zur eigenen Sicherheit gilt aber auch: Es gibt Raucher-Pausen. Dazwischen ist absolutes Rauchverbot. Außerdem sind keinerlei alkoholische Getränke erlaubt.

7: Klamotten pflegen
Die Arbeitsanzüge, die man vom THW gestellt bekommt, sind nicht das Eigentum des Helfers, sondern gehören nach wie vor dem Bund. Man ist selbst dafür verantwortlich, dass die Sachen sauber sind, geflickt werden, dass die Stiefel geputzt werden und solche Sachen mehr. Man darf die Sachen nicht auf dem Flohmarkt oder sonst wo verscherbeln. Man sollte die Sachen nicht als praktische Arbeitskleidung für die Schwarzarbeit auf dem Bau oder fürs Autobasteln ansehen. Nach Beendigung der THW-Zeit gehen die Sachen wieder an das THW zurück. Kann man das nicht, muss man Ersatz leisten.

Werden die Sachen im (THW-)Dienst beschädigt, bekommt man sie ersetzt, die beschädigten Sachen behält das THW ein.