Startseite » Das THW » Allgemeine Fragen » Was habe ich für Rechte?

1: Urlaub, Krankheit
Wenn man im THW ist, kriegt man einen Dienstplan. Darin stehen für ein Jahr im Voraus alle Dienstveranstaltungen, an denen man teilnehmen muss. Mindestens sollen es 120 Stunden im Jahr sein, können aber auch mehr sein. (siehe auch: „Pflichten„)

Natürlich hat man das Recht auf Urlaub und gelegentliche Krankheiten (mit Krankenschein). Trotzdem muss man 120 Stunden im Jahr ableisten, deshalb werden meist um die 200 Stunden auf dem Dienstplan stehen, damit man trotz Urlaub auf die Stunden kommt. Das trifft natürlich nicht zu, wenn man nach einem Unfall ein halbes Jahr in der Klink liegt.

2: Klamotten und Sauberkeit
Jeder THW-Helfer hat das Recht, vom THW Arbeits- und Schutzkleidung gestellt zu bekommen. Für die eigenen, privaten Sachen gibt es abschließbare Spinde in den Umkleide-Räumen. Sind Frauen unter den THW-Helfern, haben die separate Räume zum Umkleiden und separate sanitäre Anlagen.

Arbeitskleidung umfasst Arbeitsanzug, Hemd, Socken, Stiefel, eventuell eine Regen-Kombination. Die Schutzkleidung besteht in der Regel aus einem Helm und Handschuhen. Separate Kleidung für Frauen gibt es nicht (und wenn es doch welche gibt: Schick sind die Sachen nicht gerade).

3: Ausbildung
Man hat im THW nicht nur die Pflicht, sondern auch das Recht auf Ausbildung. Versteht man etwas nicht, fragt man einen seiner Chefs, und der zeigt einem solange, wie es geht, bis man alles verstanden hat.

4: Vertretung
Es kann sein, dass man sich ungerecht behandelt fühlt oder sonst eine Beschwerde hat. Für solche Fälle gibt es den Helfersprecher, der von allen Helfern des Ortsverbandes gewählt wird. Er vertritt die Rechte der Helfer. Gibt es dann immer noch Probleme, gibt es auf Landesebene den Landeshelfersprecher und auf Bundesebene den Bundessprecher.

Außerdem gibt es die Helfervereinigung – das ist so was wie die Gewerkschaft der Helfer. Die gibt es auch auf Orts-, Landes- und Bundesebene. Wie bei einer Berufsgenossenschaft muss man allerdings Beitrag bezahlen. In den meisten Fällen kommt man aber mit 10 bis 15 Euro im Jahr aus.

Aber es gibt vielleicht nicht immer einen Grund, die halbe Welt rebellisch zu machen. Auch die Chefs sind nur Menschen, und mit denen kann man reden.

5: Essen und Unterkunft
Bei allen Diensten, die länger als vier Stunden dauern, bekommt man ein Essen. Es gibt meist nur EIN Gericht für alle. Wer Allergiker, Vegetarier, Veganer oder ein Müslifreak ist, sollte sich selbst was mitbringen. Denn: aus versicherungsrechtlichen Gründen darf man ohne Anordnung das THW-Gelände nicht auf eigene Faust verlassen, also fällt ein Kurzbesuch bei der Frittenbude aus. Man darf sich natürlich eine Pizza liefern lassen.

In den meisten THW-Unterkünften gibt es eine Kantine, wo man in Ruhe essen oder seinen Kaffee trinken kann. Die Mittagspause dauert meistens eine Stunde. Gibt es viel zu tun, auch mal nur eine halbe Stunde. Sind die Räumlichkeiten begrenzt, wird in Schichten gegessen.

Geht man für längere oder unbestimmte Zeit auf einen Einsatz, kriegt man nicht nur Essen und (alkoholfreie) Getränke, sondern auch ein Bett und ein Dach über den Kopf. Kann aber auch in einer Schule oder Turnhalle sein.

Apropos alkoholfrei: Natürlich gilt im Dienst und im Einsatz absolutes Alkoholverbot. Aber es gibt genug Gelegenheiten (nach dem Dienst, bei Feiern etc.), wo das nicht gilt.

6: Sicherheit
Jeder THW-Helfer ist versichert. Erleidet man im Dienst einen Unfall, bezahlt der Bund die Heilbehandlung, ggf. eine Kur und alles, was dazu gehört. Wenn man im Dienst anderen einen finanziellen oder persönlichen Schaden zufügt (also aus Versehen ein Haus sprengt, jemanden verletzt oder ein THW-Fahrzeug vor eine Laterne setzt), kommt der Bund für den Schaden auf – es sei denn man macht so etwas vorsätzlich oder grob fahrlässig.

7: Finanzieller Ausgleich
Für jeden Dienst, der auf dem Dienstplan steht, erhält man Fahrgeld – in der Regel im Rahmen eines Fahrscheins für öffentliche Verkehrsmittel vom Heim zur Unterkunft. Wohnt man aber direkt neben dem THW, gibt es natürlich nix.

Wird man von der Arbeitsstelle weg zu einem Einsatz gerufen, zahlt der Bund dem Arbeitgeber den Lohn weiter – und der Arbeitgeber zahlt dem Arbeitnehmer den Lohn weiter, als wäre er nie weggewesen. Der Arbeitgeber muss einen im Einsatzfall gehen lassen. Das gleiche gilt, wenn man auf Lehrgänge geschickt wird.